Meine 5 Lieblings-Strände auf La Digue

Hach, La Digue – dieses kleine Seychellenparadies – macht es mir nicht leicht, die Lieblingsstrände zu benennen, einfach weil ein Strand schöner ist als der andere. Gesehen habe ich wirklich alle Strände, die mit dem Fahrrad zu erreichen sind. Daher wundere Dich bitte nicht, wenn ein Strand wie die traumhafte Anse Marron in den Top 5 fehlt, obwohl sie – wenn ich sie besucht hätte – hier sicher einen Platz ergattert hätte. Nur ist sie leider nur zu Fuß bei einer recht sportlichen Wander- und Klettertour erreichbar (am besten mit einem lokalen Guide wie Robert von Sunny Trail). Nicht dass Du denkst, ich hätte mir nicht zugetraut, mich trotz Höhenangst über die Granitfelsen zu hieven, um zu diesem „hidden gem“ zu gelangen. Ich hatte sogar eine solche Tour gebucht. Zwei Tage vor Abreise. Es war leider der einzige Tag, an dem es von morgens bis abends geregnet hat… War schon ein bisschen traurig, aber so habe ich schon mal ein konkretes Vorhaben für die nächste Reise auf die Insel, die ich für Winter 2017 geplant habe. Also, es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Anse Marron im kommenden Jahr ebenfalls auf dieser Liste stehen wird.Aber nun zu den aktuellen Lieblingsstränden (die Numerierung ist keine „Platzierungs-Liste“):

1. Anse Patates

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Diese kleine Bucht ist quasi der Hotelstrand des Patatran Village ganz im Norden von La Digue. Große Granitfelsen säumen den Strand und liegen großzügig verteilt im Wasser – ein wahrer Augenschmaus und deshalb unter den Top 5. Das nur ca. dreißig Meter entfernte Riff gilt als eines der besten Schnorchelreviere auf La Digue – aber Achtung: Wellen und Strömung können manchmal ganz schön heftig sein. Bei Flut wird manchmal der gesamte Strand überflutet, aber es gibt zum Glück genügend felsige Sitz- und Liegemöglichkeiten.

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Und dieser Anblick hier bietet sich von der Straße aus. Also, vom Fahrrad absteigen und kurz innehalten oder einen kleinen Badestopp einlegen:

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2. Anse Source d’Argent

Die Anse Source d’Argent ist der Star unter den Stränden auf La Digue: Ziert so ziemlich jede Postkarte der Seychellen, ist eine begehrte Kulisse für exklusive Mode-Shootings und gilt überhaupt als der meistfotografierte Strand der Welt. Klar, dass jeder, der die Seychellen besucht – und sei es nur für paar Stunden wie viele der Tagesgäste von Kreuzfahrtschiffen oder anderer Seychelleninseln – genau hierher will. Daher kann es schon mal etwas voller werden. So mach‘ ich mich am liebsten schon am frühen Morgen auf den Weg – quer durch den Union Estate Park mit seiner Vanilleplantage und einem Refugium für Riesenschildkröten, Eintritt kostet 100 Rupien (knapp 7,-Euro – das vierte Mal gibts gratis) – und die letzten Meter zu Fuß über einen verschlungenen Sandweg.

Die enormen Granitfelsen unterteilen den Strand in mehrere kleine traumhafte Buchten und die Entscheidung fällt schwer, welches denn nun der schönste Platz ist, um das Handtuch auszubreiten und sich niederzulassen. Ziemlich am Ende des Strandes haben geschäftstüchtige Einheimische zwei Beach Bars aufgebaut, die sie jeden Tag mit frischen Palmenblättern und Hibiskusblüten schmücken und köstliche Fruchtcocktails und Obstteller kredenzen. Das Motto der Fruita Cabana Bar lautet – sicher mit einem Augenzwinkern in Richtung westlichen „Bio-Boom“ – „Don’t panic, everything organic here“ und der Name ist Programm. Also schnell ein paar Mangoscheiben probiert und dann ab ins Wasser! Es gibt ein vorgelagertes Riff, sodass sich rund um die Anse Source d’Argent eine flache Lagune gebildet hat. Bei Ebbe ist das Wasser maximal knietief und erinnert eher an einen Pool, der zum Lümmeln und Planschen einlädt als an ein „Meer“. Dafür ist das Wasser glasklar und es genügt, einfach ein paar Minuten ruhig dazustehen – und schon schwimmen bunte Fische um die Füße.

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Es ist wirklich ein Strand, den man gesehen haben muss – er sucht weltweit seinesgleichen. Doch wenn sich gegen Mittag der Platz immer mehr füllt und mir der Sinn nach einem völligen Kontrast steht – nämlich einem Ort ohne Menschen – schwinge ich mich aufs Fahrrad und radle auf die andere Seite der Insel, nach Osten – an die

3. Anse Grosse Roche

Diesen feinsandigen, weitläufigen Traumstrand mit seinem beeindruckenden Felsen an der Nordseite erlebe ich immer menschenleer. Dabei ist er gar nicht sonderlich gut versteckt oder abgelegen, sondern bequem mit dem Fahrrad zu erreichen und nicht zu verfehlen, weil auf der anderen Straßenseite das Schild des urigen „Anse Grosse Roche-Kiosk“ verrät, dass man angekommen ist. An dem kleinen Holzkiosk decke ich mich mit ein paar Knabbereien und einem kühlen Drink ein und finde Schatten neben einer umgeknickten Palme, deren Blätter einen natürlichen Paravent bilden. Der beste Platz. Nur für mich 🙂

Das Wasser ist besonders bei Ebbe sehr flach und der Sand im Wasser ist bedeckt mit faustgroßen Steinen. Stört mich aber nicht im geringsten – dank der praktischen (aber optisch nur bedingt ansprechenden) Badeschuhe in meinem Gepäck. Stundenlang könnte ich in diesen türkisen Fluten liegen und meinen „Riesen-Pool“ genießen. Die einzigen Lebewesen, mit denen ich dieses kleine Paradies teile, sind ein paar Krabben, die geschäftig umherflitzen und mich hin und wieder aus sicherer Entfernung beäugen. Eigentlich sind diese putzigen Gesellen sehr scheu, aber eine große Krabbe kommt wie ein Zinnsoldat auf mein Lager zumarschiert und „untersucht“ gründlich das Handtuch, knibbelt mit den Scheren ein paar Fussel ab, probiert sie, spuckt sie wieder aus – schmeckt wohl nicht – lässt sich von meiner Anwesenheit nicht im geringsten beeindrucken, läuft schließlich quer über das Handtuch und verschwindet seelenruhig in ihrem Sandloch.

4. Anse Severe

Ein wunderschöner, besonders am Südende sehr breiter Strand mit feinem, weißen Sand und in Richtung Norden mit vielen kleinen Abschnitten, die dank großer Felsen und Bäume wie „Separées“ wirken. Die Anse Severe ist der nordwestlichste Strand der Insel und ich liebe ihn besonders für seine romantischen Sonnenuntergänge. Am Vormittag spenden zahlreiche Palmen herrlich kühlenden Schatten. Es gibt ein vorgelagertes Riff, das eine flache, klare Lagune bildet, kleine Kräuselwellen schwappen träge ans Ufer. Hier sitze ich gerne mit meiner Lieblingsmusik im Ohr und möchte am liebsten die Zeit anhalten 🙂

5. Grand Anse

Sie zählt zu den schönsten Stränden der Welt: Die Grande Anse im Südosten von La Digue, und auch ich verfalle ihrem Charme. Vom Hafenstädtchen La Passe aus führt eine Straße quer über die Insel, über ein paar ziemlich fiese Hügel – zumindest wenn man die Strecke mit dem Fahrrad absolviert – aber ich nehme Schweiß und Mühe gerne in Kauf, um an diesen Traumstrand zu gelangen. Im Gegensatz zu den meisten Stränden der Insel hat die Grand Anse kein vorgelagertes Riff. Der indische Ozean wirft sich also mit voller Wucht an den schneeweißen Sandstrand. Wenn sich die blaugrünen Wellen hoch genug auftürmen, schwingen sich einheimische Surfer und Touristen freudestrahlend auf ihre Boards. Ich gehe nur bis zu den Knien ins Wasser und spüre die enorme Kraft der Strömung, die mir zu sagen scheint: „Komm, ich nehm’Dich mit hinaus auf Meer, na los, komm schon…“ Ich lehne dankend ab und kämpfe mich zurück ans Ufer. Puuuuh, jetzt erstmal eine Stärkung! Das pittoreske Strandrestaurant Loutier Coco ist eine Wellblech-Bude. Mit einem lebensfrohen Anstrich in Türkis. Und mit einem köstlichen Mittags-Buffet für 300 Rupien (rund 20,-Euro): Creolische Küche „at its best“, besonders von dem perfekt gegrillten Fisch könnte ich mir einen Nachschlag nach dem anderen holen. Dazu ein eiskaltes Seybrew – das einheimische Lager-Bier. Das Leben ist schön :

 

Fotos: (c) Ines Laufer

 

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