Ein perfekter Tag in San Juan / Puerto Rico

In der momentanen, Corona-bedingten Reisepause, tut es einfach gut, in vergangenen Reiseerlebnissen zu stöbern und sich in der Erinnerung noch einmal virtuell auf diese Reisen zu begeben. So wird mir einmal mehr bewusst, wie viele wunderbare Momente ich in den letzten Jahren erleben durfte und wie gerne ich sie schon lange hier als #Reiseerinnerungen teilen wollte. Die Zeit nutze ich jetzt, um das nachzuholen.

So geht es heute in die Hauptstadt der Karibikinsel Puerto Rico, San Juan. Hier verbringe ich nur wenige Monate vor den zerstörerischen Hurricanes „Irma“ und „Maria“ im Herbst 2017 ein paar inspirierende Tage. Die Entscheidung, nach San Juan zu reisen, gründete ursprünglich auf einer rein praktischen Überlegung, denn von hier aus konnte ich im Anschluss bequem und direkt nach St. Martin/Sint Maarten fliegen, wo eine traumhafte Inseltour an Bord der „Wind Star“ startete (Bericht folgt). Seitdem steht San Juan jedoch ganz oben auf meiner Liste der „hier-will-ich-nochmal-länger-hin-Orte“. Du wirst gleich erfahren warum, denn hier kommt die Erinnerung an einen perfekten Tag in dieser tollen Stadt.

Mega-Strand & faszinierende Altstadt

Bereits vor Sonnenaufgang bin ich hellwach, denn für meine innere Uhr ist es Dank der sechs Stunden Zeitverschiebung schon fast Mittag. Also springe ich voller Vorfreude auf einen spannenden Tag aus dem komfortablen Kingsize-Bed im Water & Beach Club Hotel. Nur wenige Minuten vom Internationalen Flughafen entfernt, auf der Isla Verde an der östlichen Grenze von San Juan und direkt am Strand gelegen, ist das stylische Hotel ein idealer „Place to be“. Mit einem starken Kaffe in der Hand zelebriere ich das Erwachen des Tages.

Schöner als mit den Füßen in weichem Sand, umspült von erfrischenden Wellen während die aufgehende Sonne das Grau der träge am Himmel ziehenden Wolken allmählich in strahlendes Licht taucht, kann ein Tag kaum beginnen.

Die Bucht von Isla Verde mit ihren zahlreichen Hotels und hohen Wohnhäusern und Condos erinnert mich in der Kombination mit dem wunderschönen Strand unweigerlich an Miami, weshalb ich sie auch gerne Mini-Miami nenne.

Nach dem ausgiebigen Strandspaziergang freue ich mich auf das Frühstück im Hotel. Es gibt Spiegeleier, lecker gegrillten Bacon, Tomate und Kartoffelrösti. So einfach wie gut. Dazu Toast mit einem echten Highlight: hausgemachter Guavenbutter. Fruchtig, süß und aromatisch. Köstlich!

So gestärkt bin ich bereit für die rund 10 Kilometer entfernte historische Altstadt von San Juan, die in einem 20-minütigen „Ritt“ mit dem Taxi (19,-$ pro Strecke) zu erreichen ist. 

Die von Spaniern gegründete (Alt-)Stadt hat ein stattliches halbes Jahrtausend auf ihren ehrwürdigen Steinen und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.

Beim Bummel durch die von farbenfrohen Häusern gesäumten Gassen vergesse ich die Zeit und verliere mich in ihrer Schönheit, die sich hinter jeder Ecke neu offenbart. Hübsche Boutiquen, Cafés, Restaurants und Bars laden zum Verweilen ein und immer wieder eröffnen sich traumhafte Ausblicke auf die Bahia de San Juan – die Bucht von San Juan.

Natürlich besuche ich auch eins der Wahrzeichen von San Juan, die eindrucksvolle Festung El Morro (Castillo de San Felipe del Morro), eine der größten Festungsanlagen überhaupt in Mittel- und Südamerika. Den Bau dieses als uneinnehmbar geltenden Bollwerks begannen die Spanier zu Ehren ihres Königs Philipp II. vor rund 500 Jahren. Fast 250 Jahre dauerte es bis zur Fertigstellung der bis zu 6 Meter dicken Wände, Gewölbe, Tunnel, Bastionen und Wälle. Der Leuchtturm El Morro Light thront seit dem 19. Jahrhundert auf dem imposanten Bauwerk.

Von hier aus ist es nicht weit zum Paseo de la Princesa, der urigen Uferpromenade unterhalb der alten Stadtmauern mit den typischen Garitas, den kuppelüberdachten Militärposten, die das Stadtbild prägen und sicher viel aus ihrer bewegten Geschichte erzählen könnten. Einfach herrlich, diesen Uferweg entlang zu schlendern, den Blick auf das türkisblaue Meer zu genießen und die wunderbar laue Brise auf der Haut zu spüren.

Bevor ich glücklich aber mit pflastermüden Füßen den Rückweg nach Isla Verde antrete, gönne ich mir noch ein erfrischendes  Kaltgetränk in einer der besten Rum-Bars von San Juan, der Princesa Gastrobar. Puerto Rico ist die Heimat des wohl bekanntesten Rums der Welt – Bacardi – aber ich probiere Don Q, der unter Einheimischen als bester Rum der Insel gilt. Schön stark und harmonisch im Geschmack. Lecker!

Es ist schon Nachmittag, als ich mit dem Taxi zurückfahre ins Hotel. Jetzt brauchen die weit gelaufenen Füße eine kleine Erfrischung! Also ab aufs Hoteldach, die Zehen in den Pool mit der wohl schönsten Aussicht der Stadt gedippt und danach in die türkisen Kissen der Chillout-Ecke gelümmmelt. Herrlich entspannend.

Hier bleibe ich bis zum Sonnenuntergang. In der Mist Rooftop Bar gibt es einen eisgekühlten Sundowner zu cooler Musik, während sich die Sonne langsam verabschiedet und der perfekte Tag langsam den Lichtern der Nacht weicht. 

Dann meldet sich der große Hunger nach dem langen Tag und den vielen Lauf-Kilometern. Mir steht der Sinn nach einem leichten Dinner – da sehe ich, dass es ganz in der Nähe eine Ceviche-House gibt. Perfekt, da fahre ich hin!

Das bei Einheimischen wie Touristen gleichermaßen beliebte Restaurant ist proppevoll, sodass ich etwas warten muss, ehe ich an einem der rustikalen Holztische Platz nehmen darf. Ich entscheide mich für ein köstliches Fisch-Ceviche. Das Gericht stammt ursprünglich aus Peru und ist in ganz Lateinamerika sehr beliebt. Fangfrischer weißer, roher Fisch wird in mundgerechte Häppchen geschnitten und in einem Sud aus Limettensaft, Salz und Chilis mariniert. Garniert wird das Ganze mit roten Zwiebeln und Korianderblättchen. Hmmmm. Seit ich Ceviche erstmals im Tivoli Hotel in Lissabon probiert habe, bin ich hin und weg von dieser leckeren Spezialität.

Später sinke ich erschöpft aber erfüllt von vielen tollen Eindrücken in die weichen Kissen meines Hotelbetts, in dem Wissen, dass San Juan noch jede Menge perfekter Tage bereithält. Ich muss nur wiederkommen.

Fazit: Die Hauptstadt Puerto Ricos hat so viel zu bieten, dass ein mehrtägiger Aufenthalt zu empfehlen ist. Meer, Strand, Geschichte und Kultur sowie karibisches Flair und Leichtigkeit prägen die sehenswerte Stadt, die wohl ebenso wie Puerto Rico überhaupt als Reiseziel bislang stark unterschätzt wird. Ich kann es jedenfalls kaum erwarten, mich von der Stadt so bald wie möglich ein weiteres Mal verzaubern zu lassen…

Infos

Hinkommen: Flüge in der EconomyClass gibt es ab ca. 650,-€ (Hin- und Rückflug), z.B. mit Delta Airlines ab Düsseldorf via Atlanta, ab London gibt es günstige BusinessClass-Flüge für ca. 1670,-€ (Hin- und Rückflug) mit Air Canada und United Airlines.

Mein Tipp: Wer – wenn das wieder möglich sein wird – in die USA reisen möchte/muss und keine Lust hat auf die zähen Einreisekontrollen, sollte einen Flug via San Juan erwägen, denn die Kontrollen gehen hier vergleichsweise entspannt über die Bühne und der Flug in die USA zählt dann als Inlandsflug, sodass die Einreisekontrolle entfällt.

Übernachten: Das Water Beach Club Hotel ist eine echte TOP-Adresse. Die Lage ist einfach fantastisch, der Blick über die Bucht von Isla Verde atemberaubend und Pool & Bar auf dem Dach das i-Tüpfelchen. Die Zimmer sind geräumig, hübsch und sauber, ab 88,-$ pro Person/Nacht im Doppelzimmer.

Für ein kleineres Budget ist airbnb zu empfehlen. Top-bewertete Appartments und Studios in Isla Verde gibt es bereits ab 40,-€ pro Person/Nacht, wie z.B. dieses zentrale Studio.

 

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Fotos: (c) Ines Laufer, WBC-Hotel (2), Princesa Castrobar (1)

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1 Comment

  • Die Rooftop Bar und das Wetter wünsche ich mir sehnlichst, als den normalen bis hin kühlen Sommer in Norddeutschland. Brrr.
    Mit Deinem Soundtrack und einem Tee träume ich mich dahin 😍

    Danke für die schönen Bilder.

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