Ein perfekter Tag auf Mahé

Korrekt muss es eigentlich heißen „20 Stunden auf Mahé“ – denn so lange dauerte mein kurzer Aufenthalt auf der größten Seychellen-Insel – von der Landung auf dem wohl kleinsten internationalen Flughafen der Welt bis zu meiner Überfahrt mit der Fähre nach La Digue.

P1030449-1200

P1030436_2-1200

Kreolische Gelassenheit und kuschelige 33 Grad empfangen mich, als ich die wenigen Meter vom Flugzeug über das Rollfeld zur Ankunftshalle marschiere, wo mein Reisepass mit dem hübschen Einreise-Stempel in Form der legendären Coco de Mer geschmückt wird. OK, ich muss schon etwas Geduld mitbringen, denn bei der Abfertigung geht es – wie überall auf den Seychellen – lang-sam-und-ent-spannt zu 😉

Es ist jetzt fast 19:00 Uhr und die Sonne längst im Meer versunken. Hier in der Nähe des Äquators geht die Sonne fast immer zur gleichen Zeit auf und unter: 06:00 Uhr morgens und 18:00 Uhr. Die tropischen Nächte sind heiß und stockdunkel – so schwarz, dass sie selbst die Straßen-Beleuchtung zu absorbieren scheinen. So kommt es mir zumindest vor, als ich im Taxi sitze und von einem sympathischen Fahrer Richtung Süden chauffiert werde. Das Relax Hotel an der Anse Royale ist das Ziel der ca. 30-minütigen Fahrt entlang der Küste. Schließlich geht es einen recht steilen Hügel hinauf und das Hotel ist erreicht. Steven – so heißt mein netter Taxifahrer – hilft mir, das Gepäck zur Rezeption zu bringen und verspricht mir, mich am nächsten Nachmittag pünktlich abzuholen für die Fahrt nach Victoria – die Hauptstadt der Seychellen – wo die Fähre nach La Digue startet.

Im Relax werde ich freundlich empfangen. Mein offensichtlich frisch renoviertes, mit duftenden Hibiskusblüten geschmücktes Zimmer strahlt in kräftigem Blau, der erste Bett-Test sagt „bequem“ und die kleine Terrasse mit den schicken Holzmöbeln ruft „komm, nimm Platz und genieß’ein bisschen die Abendluft“.

P1030396-1200

P1030401-1200

Schnell überkommt mich eine bleierne Müdigkeit – von der langen Reise und der Wetter-Umstellung von „kalt“ auf „sehr heiß und feucht“, sodass ich nach einem kleinen Imbiss  sofort in die Federn falle und einschlafe. Aber vorher wird der Wecker gestellt. Auf 05:30 Uhr. Denn dank der Lage des Hotels im Südosten der Insel werde ich die Sonne aufgehen sehen 🙂

P1030417-1200

OK, ich hätte gerne etwas länger geschlummert und blinzle verschlafen auf den Wecker, der mich pünktlich aus den Träumen reißt. Aber dennoch: Schnell raus aus den Federn! Der sich bereits heller färbende Himmel kündigt schon den nahen Sonnenaufgang an. Also Beeilung! Von der offenen Lobby des Hotels eröffnet sich sich ein traumhafter Blick über den Pool und das Restaurant „eine Etage tiefer“ und über die Anse Royale-Bucht mit der kleinen vorgelagerten Stein-Insel. Es ist absolut still, die Luft heiß und aromatisch.

P1020531-1200

P1020532-1200

P1020533-1200

Auf der steilen schmalen Straße, die das Taxi gestern hinaufgefahren ist, gelange ich in wenigen Minuten an den Strand – muss aber zuvor die Küstenstraße überqueren, auf der es keinen Gehweg gibt aber schon einige Busse und LKWs mit beachtlicher Geschwindigkeit entlangbrettern. Hui, bin ich froh, die Straßenseite unbeschadet zu wechseln. Belohnt werde ich mit grandiosen Natur-Momenten an einem menschenleeren Strand.

P1020534-1200

20160302_063527-1200

P1020536-1200

P1020546-1200

Mit Vorfreude auf einen frisch gebrühten Kaffee mache ich mich auf den Rückweg und erklimme den steilen Weg zum Hotel. Obwohl ich mich nur im Schneckentempo bewege, rinnen mir Schweißperlen in die Augen – denn das Thermometer zeigt bereits 31 Grad an.

P1030428-1200

Auch von der offenen Lobby des Hotels bietet sich ein toller Ausblick. Doch, es hat schon was für sich, so weit oben zu sein – auch wenn der Aufstieg etwas beschwerlich ist.

P1020551-1200

P1020553-1200

Mittlerweile ist es 07:30 Uhr. Frischer Kaffee-Duft zieht mich in das offene Resturant direkt am Hotel-Pool. Hier lasse ich mir ein stärkendes Frühstück mit Toast, Rührei und Obst schmecken und genieße den Blick über die herrliche Weite des Meeres. Obwohl ich gerade erst angekommen bin, fühle ich mich schon richtig tiefenentspannt.

Nach dem Frühstück schnappe ich mir Strandtuch und Bikini und mach’mich erneut auf den Weg zum Strand. Auf der kleinen Küstenstraße herrscht jetzt reger Verkehr und ich muss eine ganze Weile auf den passenden Moment warten, sie gefahrlos zu überqueren. Geschafft!

Wie ich mich auf das erste Bad im Indischen Ozean freue, der türkis und einladend in der Morgensonne schimmert und mit sanften Wellen den feinen Sand umspült. Die für die Seychellen typischen Granitfelsen unterteilen den Strand in kleinere Buchten. Ein Augen- und Seelenschmaus 🙂

Das Wasser ist seicht und warm und dennoch erfrischend. Ich fühle mich wie in einer überdimensionalen Badewanne und plansche und schwimme stundenlang in dem paradiesischen Nass.

P1020565-1200

Gegen Mittag verabschiede ich mich von diesem idyllischen Ort und erklimme noch einmal den Hügel zum Hotel. Ein kleiner Hunger meldet sich und ich freue mich darauf, im Hotelrestaurant einen frischen Salat mit geräuchertem Marlin zu verputzen. Genau das Richtige bei 33 Grad 🙂 Und ziemlich lecker. Sogar das Brot – findet zumindest ein kleines Täubchen, dem ich erlaube, mir Gesellschaft zu leisten.

P1020571-1200

P1020572-1200

Nach dem Essen habe ich noch genügend Zeit, meinen Koffer wieder reisefertig zu packen und am Pool eine kleine Siesta einzulegen. Wunderbar, im Schatten eines großen Sonnenschirmes zu dösen und zwischendurch den Blick über das Meer auf die tropisch-grünen Hügel und die kleine Kirche am Ende der Bucht schweifen zu lassen.

P1020568-1200

P1020569-1200

P1020558-1200

Dann heißt es Abschied nehmen. Auf die Minute pünktlich steht Steven mit seinem frisch gewaschenen Taxi auf dem Hotelparkplatz und verfrachtet mein Gepäck in den Kofferraum, während ich auschecke und dem netten Hotelpersonal noch einmal zuwinke.

Ich freue mich jetzt riesig auf La Digue, die kleine Schwester-Insel – und bin glücklich, einen rundum schönen ersten Tag auf den Seychellen verbracht zu haben.

Was ich auf La Digue erlebt habe und wie es mir dort gefallen hat, erzähle ich Dir hier, hier und hier.

Mahé-Infos

Hinkommen: 

Condor fliegt direkt (z.B. ab Frankfurt) ab 699,- Euro (Economy) bzw. 1.899,- Euro (Business) nach Mahé.

Ich bin mit Air Seychelles direkt ab Paris geflogen. Das war wirklich prima. Die Flüge kosten ab ca. 800,- Euro (Economy) bzw. 1.890,- Euro (Business).

Übernachten:

Das Einzelzimmer im Relax Mahé gibt es ab 88,- Euro, das Doppelzimmer ab 103,- Euro, jeweils inklusive Frühstück und kann z.B. über den auf die Seychellen spezialisierten Anbieter Seyvillas gebucht werden.

Taxi:

Die Fahrt vom Flughafen an die Anse Royale (ca. 30 Minuten Fahrt) sollte für 300,- Rupien zu haben sein (ca. 20,- Euro). Der Preis wird vor Fahrt-Antritt verhandelt und ist dann fest.

„Meinen“ Fahrer Steven kann ich wärmstens empfehlen: Er ist super-nett, von sich aus immer behilflich mit Gepäck etc. und vor allem pünktlich. Ich habe mich von ihm auch bei der Rückreise abholen und zur Abreise zum Flughafen fahren lassen. Immer perfekt.

Steven kann im Voraus via eMail gebucht werden. Er antwortet i.d.R. innerhalb weniger Stunden. Hier die Adresse: stevenagat@yahoo.com

Fotos: (c) Ines Laufer

 

Du findest den Artikel toll? Dann teile ihn gerne, ich freue mich darüber. Wenn Du keinen neuen BlogBeitrag mehr verpassen möchtest, abonniere einfach das Reisejunkie-Magazin über RSS-Feed.

Ein Bericht von
More from Reisejunkie Ines

Wunderschöne Naturerlebnisse auf Reisen: Bitte Dschungel mit Wasserfall!

Egal wohin ich reise, suche ich immer die besonderen Momente in der...
Mehr

4 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.