Mit wehendem Haar auf Ibiza: Cabrio-Roadtrip über die magische Insel

Fortsetzung des Berichtes „Oben ohne auf Ibiza…“

Ausgeruht und frisch starten wir am nächsten Tag zum zweiten Teil unseres Ibiza-Roadtrips, bei dem wir die Südküste und den Westen der Insel erkunden werden.

Salinas

Der Strand von Salinas, der mitten in einem Naturschutzgebiet liegt, gilt als einer der schönsten Ibizas. Nur 10 Kilometer fahren wir von Ibiza Stadt durch die Salzfelder der Salinen, in denen das köstliche Sal de Ibiza gewonnen wird. Rosa Flamingos waten durch die seichten Salzbecken, hinter denen sich riesige Salzberge türmen.

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Den große Parkplatz mit den überdachten Parkbuchten haben wir fast für uns allein, denn es ist noch früh am Morgen und wir finden schnell einen idealen Platz für unseren Flitzer, direkt hinter den Dünen. Ein schmaler Sandweg führt über die Düne zum Strand, der uns fast menschenleer erwartet.

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Wir stapfen in Richtung Südosten durch den feinen Sand. Der ist direkt am Wasser jedoch von Seegras-Bergen bedeckt, das hier über Nacht angespült wurde. Das trübt unsere gute Laune aber keineswegs, denn wir wollen hier ohnehin nicht am Strand liegen. Einen kurzen Zwischenstopp legen wir am Strandrestaurant „Jockey Club“ ein, denn hier gibts auch eine kleine Boutique, die uns zum Stöbern einlädt 🙂

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Am südöstlichen Ende des Strandes ragt der „berühmte“ grüne Steg der legendären Strandbar Sa Trincha in Meer. Heute allerdings auch dick mit Seegras bedeckt. Wenigstens einer Möwe gefällts 🙂

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Bei „Sa Trincha“ hört der Sandstrand auf – aber der Weg führt weiter zu einem felsigen Küstenabschnitt. Hier wurden früher große Steinquader aus den Felsen geschlagen – die u.a. zum Bau der Burg in Ibiza Stadt verwendet wurden. Bizarre Formationen und natürliche, flache Pools, in denen sich das Meerwasser sammelt, bestimmen das Bild. Immer wieder führen schmale Wege hinab zu Mini-Sand-Buchten, an denen man ungestört relaxen kann.

Nach ein paar hundert Metern erreichen wir einen meiner Lieblingsplätze auf Ibiza: Eine von hohen Steinquadern gesäumte „Pool-Landschaft“, bei der sich mehrere dieser „natürlichen“ Steinbecken aneinander reihen. Ein großer Felsblock steht in einem dieser Pools und wurde vor Jahren von Künstlern als dankbare Fläche genutzt, um zahlreiche Skulpturen in den in den Stein zu meißeln. Ein richtiger Kraft-Ort voller Ruhe und Magie. Herrlich, hier ein paar Stunden zu verbringen und die Energie-Reserven aufzuladen 🙂

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Am liebsten würde ich den ganzen Tag hier verbringen – es ist einfach zu schön. Aber wir wollen ja noch mehr sehen! Darum: Tschüß, Du wunderbarer Ort – wir kommen beim nächsten Mal wieder 🙂

Cala Jondal

Weiter gehts Richtung Westen. Eine schmale Küstenstraße schlängelt sich durch duftende Pinien-Wälder zu unserem nächsten Ziel: Cala Jondal. Eine traumhafte Bucht, der ihr besonderer  Charakter durch die großen, rundgeschliffenen Steine verliehen wird, die den Strand und das Ufer bedecken. Schicke Restaurants und der hippste Beachclub der Insel, „Blue Marlin Ibiza“ ziehen die Reichen und Schönen an. Ja, es ist ein Ort fürs Auge 🙂

Ich gebe aber zu, dass mich hier immer eine gewisse Melancholie überkommt, denn Ende der 90er Jahre bis Anfang 2000, gab es genau an diesem Ort den schönsten Beachclub, an dem ich je meine Füße in den Sand gegraben habe – und das will was heißen, denn ich habe mehr als 150 Länder bereist. Die beiden Deutschen Wolfgang und Gabi hatten das „Particular Beach“ mit unfassbar viel Liebe zu dem Hotspot der Insel gemacht. Alte Hasen werden sich sicher erinnern…Nie werde ich es vergessen, in einer der Kork-Hängematten im Halbschatten der Pinien zu dösen, an einem köstlich-kühlen Mojito zu nippen und den beruhigenden Chill-Out-Klängen des DJs zu lauschen, der in einem kleinen Pavillon oberhalb des Strandes auflegte. Ich vermisse diesen Ort schmerzlich. Immmer noch. Denn 2002 war Schluss. Irgend jemand hatte den Beiden wohl ihren Erfolg nicht gegönnt und dafür gesorgt, dass ihre Lizenz nicht verlängert wurde 🙁

Doch Elfi und ich genießen den Strand heute dennoch in vollen Zügen. Denn das Wetter ist perfekt, nicht zu heiß, herrlich lauer Wind, Sonne satt. Türkis-klares Wasser und weiß-schäumende Wellen. Doch, das hat was. Wie suchen uns einen Lieblings-Stein zum Sitzen und blinzeln lächelnd in die tanzenden Sonnenstrahlen.

Es ist schon früher Nachmittag und wir wollen noch weiter nach Westen. Also heißt es auch hier Abschied nehmen. Im Nu verstaut sich das Dach unseres Cabrios von selbst und wir sind wieder „oben ohne“ 🙂

Es Cubells

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Die schmale Straße entlang der Küste wartet mit ebenso abenteuerlichen Kurven wie atemberaubenden Ausblicken auf. Unser weißes Traumauto meistert die Serpentinen spielend. Wir wollen die magische Felsen-Insel Es Vedra sehen. Aber zuvor muss ein Abstecher sein in eins der kleinsten und idyllischsten Dörfer der Insel: Es Cubells. Das Örtchen erstreckt sich erhaben auf einer hohen Klippe – und bietet wohl einen der schönsten Aussichtspunkte Ibizas. Ich weiß nicht, wie oft ich schon auf dieser Klippe gestanden und die Schönheit in mich aufgesogen habe. Doch immer wieder aufs Neue schlägt mein Herz vor Freude ein paar Takte schneller, wenn ich hier sein darf.

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Die kleine weiße Kirche mit den seitlichen Strebebögen wurde vor fast 200 Jahren eingeweiht.

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In der bei Einheimischen wie Touristen gleichermaßen beliebten Bar Llumbi genießen wir leckere Tappas und den Blick über das Meer bis zum Horizont. Dieser wunderbare kleine Ort flüstert uns zum Abschied zu: „Machts gut. Ihr werdet wiederkommen. Das weiß ich.“ 🙂

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Es Vedra & Cala d’Hort

Von Es Cubells aus ist es nur noch ein Katzensprung bis zur Cala d’Hort – einer hübschen Bucht mit Sand- und Kiesstrand, die einen fantastischen Blick auf die imposante Felsen-Insel Es Vedra bietet.

Es Vedra! Was für ein mystisches „Wesen“. Wie ein Stegorausrus ragt sie fast 400 Meter hoch aus dem Meer. Zweifellos einer der magischsten Orte der Welt.

„Es wird behauptet, dass der dreieckige Kalksteinfels eine extreme Konzentration von Energie besitzt, vergleichbar mit den ägyptischen Pyramiden, den Statuen der Osterinseln und dem magischen Kreis von Stonehenge.

Es ist praktisch unmöglich eine exakte Messung mit einem Kompass in der Nähe von Es Vedra zu machen. Navigationsinstrumente beginnen dort oft zu spinnen, viele funktionieren gar nicht…

Viele Wissenschaftler und Mystiker bestätigen die einzigartige Kraft dieses gigantischen Energieakkumlatoren. Es überrascht nicht, dass hier häufig Ufos gesichtet werden und dass Es Vedra ein Landeplatz für Außerirdische sein soll. Unzählige Berichte in der Nähe der magnetischen Insel reden von unidentifizierten fliegenden Objekten, Lichtern, merkwürdigen Klängen und anderen paranormalen Phänomänen.

Sogar Usos (unidentifizierte schwimmende Objekte) sollen in den umliegenden Gewässern lauern. Die Theorie, dass eine Unterseestation für Usos in der Nähe von Es Vedra liegt, ist weit verbreitet und lokale Fischer reden abergläubisch von Lichtflächen im Meer, welche sie von diesem Gebiet fern halten.“ (Quelle: ibicasa.com)

Noch vor der Cala d’Hort biegen wir zunächst in einen schmalen Sandweg, der uns direkt zu der Steilküste führt, von der aus wir Es Vedra „zum Greifen nahe“ betrachten können.

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Egal, ob man an die unglaubliche Energie von Es Vedra glaubt oder nicht – es ist etwas ganz Besonderes, diesem Eiland so nahe zu sein.

Schließlich fahren wir weiter zur Cala d’Hort (die Asphalt-Straße endet übrigens dort und wir müssen nach einem „engen“ Wendemanöver die gleiche Strecke zurück fahren). Im Restaurant El Carmen oberhalb des Strandes trinken wir Kaffee lassen die fast unwirklich schöne Kulisse auf uns wirken.

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Mittlerweile ist es 18:00 Uhr. Die Sonne steht noch hoch am Himmel – aber wir machen uns auf den Rückweg – denn bis zu unserem heutigen Sunset-Spot sind es noch etliche Kilometer. Wir fahren zurück Richtung Salinas und biegen dann ab zum

Cap des Falco

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Eine Schotterpiste führt direkt durch die Salinen – so schmal, dass wir froh sind, keinen Gegenverkehr zu haben. Das wäre nämlich arg knapp und wir haben nur mäßig Lust, den Wagen aus einem der Salzbecken zu fischen 😉

Der etwas mühsame Weg lohnt sich allemal – denn mit dem Cap des Falco wir erreichen den Ort mit den wohl schönsten Sonnenuntergängen auf ganz Ibiza: Von der etwas rauen, mit Steinen bedeckten Bucht erstreckt sich der Blick über das Meer und bergige Landschaft, hinter der die drei höchsten „Fels-Höcker“ von Es Vedra hervorlugen.

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Einfach traumhaft, wie die Sonne langsam hinter die Hügel sinkt und kurz zuvor wie eine leuchtende Perle auf der Bergspitze thront.

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Ein würdiger Abschluss einer wunderbaren Reise. Wir genießen jede Minute des beeindruckenden Naturschauspiels und sind unendlich dankbar, in so kurzer Zeit diese Fülle an einzigartigen Momenten erlebt zu haben.

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Mit einem Lächeln verabschieden wir uns von Ibiza – der magischen Insel – aber nur für dieses Jahr. Denn natürlich werden wir wiederkommen, das ist sicher 🙂

Ibiza-Infos

Die beste Reisezeit für Ibiza ist m.E. Mai und September – zumindest, wenn man sich nicht gerade die Seele aus dem Leib feiern will – denn es ist nicht zu voll, die Staus halten sich in Grenzen und die Preise sind zwar hoch (Ibiza ist eben kein Low-Cost-Reiseziel) aber noch weit entfernt von den Wucher-Preisen, die z.T. im Juli/August aufgerufen werden. Die Temperaturen sind angenehm, wenngleich die Nächte besonders im Mai noch recht kühl sind und das Meer recht „frisch“ ist.

Hinkommen: Unser Direktflug mit Germania ging an/ab Berlin Schönefeld, für 179,-€ p.P. (nur Handgepäck). Der Flug war prima – der Service an Bord extrem nett. Getränke und leckere Snacks gabs gratis – das ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr.

Übernachten: Bei airbnb gibt es eine große Auswahl an Privatzimmern, Appartments und Villen. Für jeden Geschmack und Geldbeutel (ab 35,-€ bis 800,-€ pro Nacht) sind passende Unterkünfte im Angebot. Wir hatten uns für ein modernes Appartment mit zwei Schlafzimmern und zwei Bädern entschieden, sehr zentral in Ibiza-Stadt, in der Nähe der Marina und nur wenige Gehminuten vom Club Pacha entfernt. Die Vermietung läuft sehr professionell über die Firma Canvas Soluciones, die in dem Gebäude insgesamt 13 Apparmtents einschließlich des Penthauses vermietet. Alex, der Host, ist sehr nett und herzlich.

Während wir Mitte Mai 140,-€ pro Nacht bezahlt haben für das Appartment, kostet es an den Wochenenden im Juli und August 350,-€ pro Nacht. Im September wird es wieder etwas günstiger mit 200,-€ pro Nacht unter der Woche und 260,-€ am Wochenende. Nicht gerade ein Schnäppchen – aber wenn man bedenkt, dass im Juli/August selbst das kleinste Zimmer im schäbigsten 2-Sterne-Hotel schnell mal 200,-€ pro Nacht kostet, eine wirklich lohnenswerte Alternative.

Als Sahnehäubchen verschenke ich einen airbnb-Gutschein in Höhe von 30,-€ für Deine erste Buchung 🙂

Cabrio: Es gibt wohl kaum was Schöneres, als mit mildem Fahrtwind im Haar über die Insel zu brausen, den würzigen Pinienduft und die herrliche Meeresluft zu atmen während der Fahrt 🙂 Unseren flotten Opel Cascada habe wir gemietet bei First Rent a Car in Playa d’en Bossa, für 89,-€ pro Tag (zzgl. 30,-€ Benzin und 20,-€ pro Tag für Vollkasko ohne Selbstbeteiligung). Jetzt im August kostet der Wagen 180,-€ am Tag.

Zu kaufen gibts das gute Stück natürlich auch, nagelneu ab 26.650,-€ 🙂

Fotos: (c) Elfi-Jane Schröter, Ines Laufer, boalingua.ch, NeonLeonNL/tripadvisor

Ein herzliches Dankeschön geht an das Spanische Fremdenverkehrsamt, an airbnb und an Opel für die Unterstützung dieses Roadtrips.

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