Hamburg für Anfänger. 24 Stunden in der Hansestadt.

Die S-Bahn rattert. Gerade war ich noch in meiner Heimatstadt Linz, doch schon bin ich am Flughafen Hamburg mit Ziel Jungfernstieg zugestiegen. Ich bin aufgeregt, wie wird mich Hamburg empfangen? Was werde ich die nächsten Tage sehen? Welche Menschen werden mir begegnen?

Was mir sofort auffällt Hamburg ist irgendwie ein bisschen verrückt. Irgendwie nicht so glamourös, wie ich es von anderen deutschen Städten kenne, aber doch irgendwie schon. Hinter mir in der S-Bahn eine Frau, die ohne Punkt und Komma auf Hamburger Platt mindestens so laut schnattert wie die S-Bahn rattert. Ich bin fasziniert von der direkten Sprache, die mich an meine Heimat erinnert. Ich versuche mich auf die Häuser, die draußen an der Bahn vorbeieilen zu konzentrieren und grinse vor mich hin. Also das ist nun die Hansestadt, da wo die Wohnungen, laut meiner vielen Bekannten, die hier leben, fast nicht bezahlbar sind.

Ehe ich mich versehe bin ich am Jungfernstieg. Das beeindruckende Rathaus in unmittelbarer Nähe. Und weil es ein Samstag in der Vorweihnachtszeit ist, sind viele Menschen unterwegs. Ich passiere duftende, heimelige Weihnachtsmärkte und entdecke sogar einen Weihnachtsmann auf einem Segway.

Ein Spaziergang über die Landungsbrücken Richtung Elbphilharmonie

Ich wandere Richtung Landungsbrücken. Unter einer Brücke liegen viele Obdachlose. Business-Leute laufen daran vorbei als wäre es das gewöhnlichste überhaupt. Ich habe das Gefühl, die nehmen das gar nicht wahr. Und dann plötzlich sehe ich den Hafen in der Ferne und die Landungsbrücken.

Die Sonne steht schon tief und der steife Wind kneift beherzt in meine Wangen. Ich ziehe meinen Schal etwas tiefer ins Gesicht und erfreue mich an dem blauen Himmel. Es ist so, als wolle sich Hamburg extra von seiner schönsten Seite zeigen und enthält mir das berüchtigte „Schmuddelwetter“ vor.  Ich habe nichts dagegen 🙂

Bei den Landungsbrücken werde ich umringt von Möwen. Fähren legen an. Die Rufe der Schiffsmänner, die Touristen wie mich zu einer Hafendundfahrt locken wollen, klingen in meinem Ohr. Dazwischen Fisch-Brötchen-Buden mit Menschen, die davor sitzen und die Wintersonne genießen. Im Blickfeld links von mir die neuerbaute Elbphilharmonie. Ich bummle Richtung Elbphilharmonie und atme die Stimmung tief ein.

Der ständige Hafenlärm, von den vielen Kränen, die die riesigen Containerschiffe beladen und Kreuzfahrtschiffe wieder flott machen, begleitet mich die ganze Zeit. Diese Geräuschkulisse ist nicht unangenehm und sie gehört zu Hamburg wohl dazu. Ich bummle zurück und beschließe, durch den Elbtunnel zu gehen, um auch einmal einen Blick von der anderen Seite auf die Hansestadt werfen zu können.

 

Der Elbtunnel und die andere Seite

Der Elbtunnel befindet sich direkt bei den Landungsbrücken und wurde bereits 1907 erbaut. Ein Tunnel für Fußgänger, Radfahrer, Autos. Direkt unter der Elbe durch. Mystisch wirkt es hier unten, aber es herrscht auch reger Verkehr. Auf der anderen Seite blicke ich auf Hamburg und es wirkt wieder ein bisschen anders. Schön. Auch sehe ich nun die riesigen Kreuzfahrtschiffe im Dock von Bloom & Voss, die repariert und instand gesetzt werden. Gigantisch. Einfach gigantisch. Zurück geht es wieder zu Fuß durch den Elbtunnel und zur nächsten U-Bahn-Station.

 

Eine Fahrt auf der Elbe zur Strandperle

Die Sonne blinzelt fröhlich vom Himmel während die klirrende Kälte erfolgreich versucht, unter meinen Mantel zu kriechen. Es zieht mich wieder Richtung Wasser, auch wenn sich der Gedanke an Wärme irgendwo drinnen verlockend anfühlt.

Von mehreren Hamburger Bekannten habe ich den Tipp mit dem Elbstrand und der Strandperle erhalten. Von den Landungsbrücken fahre ich also mit der öffentlichen Fähre der Linie 62 zur Haltestelle Museumshafen. Natürlich muss ich dabei draußen stehen, auch wenn es super kalt ist. Der Hamburger Hafen ist einfach so faszinierend für mich. Ich möchte keinen Moment, keine Einzelheit verpassen.

Von der Haltestelle aus marschiere ich zum Elb-Sandstrand, immer begleitet von dem geschäftigen Treiben des Hafens. Warnschilder fordern die Menschen auf, im Sommer, beim Baden acht zu geben, weil bis zu 3 Meter hohe Wellen an den Strand schwappen können. Kein Wunder, wenn man die riesigen Containerschiffe sieht, die über die Elbe hinaus aufs Meer fahren und mit ihrem Bug lautlos durchs Wasser pflügen. Am Ende des ersten Strandabschnittes genehmige ich mir einen wunderbaren Glühwein. Tut das gut!

So wie alle anderen hier sitze ich draußen in einem Liegestuhl, dick eingemummelt in eine Decke, und blinzle durch die Sonnenstrahlen auf das faszinierende Geschehen am Hafen. Nur ungern reiße ich mich los von dieser Idylle, aber ich weiß, dass es noch so viel zu entdecken gibt und darum sage ich schweren Herzens „tschüss“…

 

Ein bisschen Speicherstadt

Zurück zum Hotel schlendere ich durch die Speicherstadt. Was für ein besonderer Ort – einfach schön, mit vielen Backsteinhäusern, die jetzt, wo die Sonne fast untergegangen ist, wunderschön beleuchtet werden. So vielen wunderbaren Fotomotiven kann ich nicht widerstehen und drücke immer wieder auf den Auslöser. Seit 1888 stehen die Gebäude. Ich liebe alte Gebäude mit Geschichte. Sie wirken so erhaben und können viel erzählen.

Die Speicherstadt beherbergt heute ein buntes Sammelsurium an Händlern, Agenturen und Museen. Auch sind dort die größte Modeleisenbahn-Anlage der Welt und das Miniatur-Wunderland untergebracht. Schade, ich schaffe es nicht, alles zu besuchen, aber es soll sich lohnen, wie mir meine Hamburger Bekannten berichteten.

Am Ende des Tages stelle ich fest, dass ich noch so viel zu entdecken habe in der deutschen Metropole des Nordens. Hamburg ist ja auch berühmt für seine hervorragend inszenierten Musicals, die muss ich mir unbedingt einmal ansehen. Also, liebes Hamburg, ich glaube wir werden uns bald wiedersehen. Vielleicht im Sommer? Wer weiß. Nein – ich weiß es 🙂

Wenn Du noch mehr über meinen kurzen Hamburg-Besuch lesen möchtest, ich habe einen extra Artikel über meine kulinarischen Genüsse während der Reise geschrieben.

Du findest den Beitrag hier.

Auch wird es noch einen extra Beitrag bezüglich meiner Hamburger-Unterkunft geben. Dieser wird voraussichtlich die nächsten Wochen auf meinen Blog www.dorisworld.at online gehen. Ich freue mich, wenn Du vorbeischaust.

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Es ist für mich eine große Freude, dass uns der erste Gastbeitrag auf diesem Blog in meine Heimatstadt Hamburg entführt. Ein herzliches Dankeschön geht dafür an Doris, deren wunderbaren Blog ich Euch auch für eine weiterführende Lektüre ans Herz lege.

Ich wünsche uns allen ein spannendes und erlebnisreiches Jahr 2017 – und ich freue mich schon sehr darauf, viele Reise-Berichte mit Euch zu teilen.

Alles Liebe,

Euer Reisejunkie-Magazin 🙂

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